Achtung! Das Gerstäcker-Museum schließt!

Pressemitteilung - und an alle Interessenten!

Das Gerstäcker-Museum steht vor dem Aus

Verein kann die Ausstellung ohne finanzielle Unterstützung nicht länger aufrechterhalten

 BRAUNSCHWEIG (24 Juni 2016).

 Alle Bemühungen der Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft, Unterstützung für den Betrieb des Museums an der Wolfenbütteler Straße zu erhalten, schlugen bislang fehl.  Deswegen sieht sich der Verein gezwungen, die Ausstellung zum Jahresende zu schließen. Die schriftliche Bitte um Hilfe an die Ratsfraktionen ist der letzte Rettungsversuch. Das Schreiben liegt den Fraktionen vor. Die jährlichen Raumkosten sowie Anschaffungen für Erhalt und Betrieb des Museums wurden seit der Gründung 1982 durch Mitgliedsbeiträge, Verkauf von Publikationen und Spenden finanziert. Nach 34 Jahren übersteigt das die Möglichkeiten des Vereins.

 Thomas Ostwald, Vorsitzender der Gerstäcker-Gesellschaft und Initiator des Museums, hat seit Jahren auf eine tragfähige Lösung und eine dauerhafte Existenz in Kooperation mit der Stadt gedrängt. „Auch aus Altersgründen habe ich die Stadt frühzeitig gebeten, das Museum zu übernehmen und fortzuführen. Sie lehnt aber eine Unterstützung kategorisch ab und verhindert so mögliche Co-Finanzierungen durch Stiftungen“, erläutert Ostwald enttäuscht. Sein Unverständnis ist umso größer, weil die Stadt Braunschweig seit 1947 mit dem ältesten deutschen Jugendbuchpreis an den Schriftsteller Gerstäcker als Sohn der Stadt Braunschweig erinnert. Die Jahreskosten betragen rund 12.000 Euro.

 Die Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft hat der Stadt unter anderem ein Zukunftsprojekt vorgeschlagen, das die Auswanderung des 19. Jahrhunderts als Erweiterung der Dauerausstellung mit der Migration des 21. Jahrhunderts verbindet. Vorgesehen ist, dass junge Migranten durch die Zusatzausstellung führen. Gerade für Schülerinnen und Schüler böte das eine sehr gute Gelegenheit, sich mit dem Thema „Flüchtlinge“ auseinanderzusetzen.

 Gegen die drohende Schließung des Braunschweiger Gerstäcker-Museums haben amerikanische und deutsche Wissenschaftler in Schreiben an Oberbürgermeister Ulrich Markurth protestiert. Vor allem deswegen, weil die Ausstellung in ihrer Kompaktheit auseinanderbricht. „Die vorhandenen Materialien werden in alle Welt verstreut. Wohl nur ein geringer Teil könnte  im Städtischen Museum bleiben“, erläutert Thomas Ostwald.  

Gerstäcker verbrachte seine Jugend und seine letzten Lebensjahre in Braunschweig. Dazwischen war er Weltenbummler und Autor vieler Abenteuerromane.

Im Gegensatz zu Karl May hatte er die Schauplätze seiner Geschichten tatsächlich besucht. Er unternahm Reisen nach Amerika, Südamerika, in die Südsee und nach Australien.  

Seine bekanntesten Werke sind „Die Regulatoren in Arkansas“ und  „Die Flußpiraten des Mississippi“. Aber auch einer der ganz frühen deutschen Kriminalromane mit einem Ermittler spielt direkt in Braunschweig, rund um den Hagenmarkt: „Im Eckfenster“ 

Friedrich Gerstäcker starb 1872 in Braunschweig während der Vorbereitungen zu einer weiteren Reise, die ihn nach Indien führen sollte. Sein Grab befindet sich auf dem Magni-Friedhof.

M

 Stellvertretend für viele Stimmen, die uns zu dieser Nachrricht erreichten, hier der Leserbrief von A. Matthies zum Thema:

Leserbrief zum Artikel „Wohin mit Gerstäcker?“ in der BZ vom 25. Juni 2016: 

Gerstäcker abwickeln?

Man fühlt sich an die Zeit erinnert, als die Stadt der Raabe- Gedächtnisstätte den Garaus machen wollte. Die Vertreterin des Kulturinstituts argumentiert, der Ort des Museums (an der Wolfenbüttler Straße) sei wenig geeignet und die Präsentation sei nicht mehr zeitgemäß;  ja, wenn das so ist, warum ist die Stadt dann nicht schon längst aktiv geworden, um eine bessere Lösung zu finden? Warum hat sie den Verein mit offenbar unzureichenden Mitteln weiter wurschteln lassen, anstatt die  Sache selber zusammen mit dem Verein voranzubringen? Klar braucht es dazu „neue Konzepte“, aber wo sind die?

Gerstäcker gehört zum hervorragenden Teil des kulturellen Erbes dieser Stadt. Ein Schatz, der erst zum Teil gehoben worden ist.  Und seine Werke sind bisher allenfalls einem kleineren Teil der Braunschweiger bekannt. Gerstäcker hat auch nicht nur „Reiseerfahrungen aus Nord- und Südamerika“ gesammelt,  wie die Vertreterin des Kulturinstituts meint, er war auch in der Südsee, in Java,  in Australien, in Afrika und hat seine Zeitgenossen (und uns) mit anschaulichen, sehr vielfältigen Informationen und wirklich interessanter, meist spannender  Unterhaltung versorgt.  Mit Gerstäcker könnte Braunschweig auch seine Außenwirkung steigern – wenn es denn professionell angegangen würde (kleiner Hinweis: am 10.Mai hat sich Gerstäckers Geburtstag zum 200. Mal gejährt). Die Gerstäcker –Gesellschaft mit ihren 50 Mitgliedern kann all das nicht alleine leisten –bei allem beachtlichem Einsatz der Mitglieder und vor allem des Vorsitzenden. Und fürs Stadtmarketing kann sie nicht auch noch sorgen.

Wenn  jedoch auf den Hilferuf des Museumsleiters Thomas Ostwald mit Aussagen reagiert wird wie der, Teile der Ausstellung könne man ja im Haus am Löwenwall  zeigen,  den Auswanderungsaspekt  solle besser das Landesmuseum behandeln und „womöglich“ könnten die literarischen Aspekte im Literaturzentrum bearbeitet werden  („gegebenenfalls“ mit zusätzlichen Mitteln), so wird man doch den Eindruck nicht los, dass Gerstäcker abgewickelt werden soll. Ein neues, eigenes  Konzept ist jedenfalls nicht erkennbar.

Oder sollte das Kulturinstitut etwa von der List der Vernunft geleitet werden, indem es in der Stadt eine Reaktion erzeugt,  ähnlich der, die seinerzeit  die Schließung der Raabe-Gedächtnisstätte verhindert hat?

  

Für den Erhalt des Gerstäcker-Museums durch die Stadt Braunschweig

Nachfolgend aufgeführte Personen haben sich in einem Brief im Mai 2016 an Herrn OB Markurth gewandt und darum gebeten, das Friedrich-Gerstäcker-Museum in Braunschweig dadurch zu erhalten, dass es künftig von der Stadt betrieben wird:

Charles H. Adams, Professor of English, University of Arkansas

Dr. Wolfgang Bittner, Schriftsteller, Göttingen

Dr. Kathleen Condray, German Section Head, University of Arkansas

Dr. Irene Di Maio, Prof. em. Louisiana State University

Sabine Harms, Dresden

Prof. Dr. Rüdiger Heinze, Inst. f. Anglistik, TU Braunschweig

Prof. Dr. Wolfgang Hochbruck, Dept. Englisch, TU Freiburg

Prof. Dr. Christoph Irmscher, Provost Professor English, Indiana University Bloomington

Michael Lehmann, Ass. Professor University of Arkansas

Jeffrey L. Sammons, Prof. Em. Yale University,

Joachim Trapp, Berlin

 

Für die nächsten Monate gilt aber noch immer:

Willkommen im Gerstäcker Museum! Wir sind von Montag bis Freitag in der Zeit von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr und am Sonntag von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr für Sie da!

"Glückwunsch, Fritz! 200 Jahre jung!"

So nannten wir unsere Veranstaltungen rund um den 200. Geburtstag Friedrich Gerstäckers im Mai 2016. wir haben einen großen Bogen gespannt mit Vorträgen, Gerstäckers Kompositionen und seinen Gedichten - es war eine wunderbare Veranstaltung - Dank an alle, die dazu beigetragen haben und an unsere Besucher!

Friedrich Gerstäcker: "Wenn mein Rappe mit mir stürmend durch die Wildnis fliegt..." Gedichte. Erstmals zusammengestellt und herausgegeben zum 200. Geburtstag am 10.5.2016. Kartoniert, 144 Seiten, Verkauf ab sofort im Gerstäcker-Museum, Sonderpreis 10,-- €. Versand nur innerhalb Deutschlands gegen Voreinsendung des Betrages.

Rappe

Sonderangebot - nur so lange Vorrat reicht: Friedrich Gerstäcker zum 'Kennenlernen'. Drei Erzählungen in drei Einzelbänden, broschiert, je 64 Seiten: Germelshausen / Curtis Brautfahrt / Der Doppelgänger. Preis pro Band 5,- €. Zum Jubiläumsjahr 2016 gilt unser Sonderangebot wie folgt: Bei Bestellung von allen drei Broschüren innerhalb Deutschlands bitte 10,-- € und eine 1,- €-Briefmarke einsenden an die Geschäftstelle. Versand erfolgt als Büchersendung!

CurtisGermelsDG

Gerstäcker-Preisträger 2016: Dirk Reinhardt

Train Kids. Gerstenberg Verlag, 320 Seiten, gebunden. "Zu fünft brechen sie auf: Miguel, Fernando, Emilio, Jaz und Angel. Die Jugendlichen haben ein gemeinsames Ziel: über die Grenze in die USA zu gelangen. Wenn sie zusammenhalten, haben sie vielleicht eine Chance." Das Jugendbuch widmet sich der Problematik der Jugendlichen aus Mexiko, die auf unglaublich gefährliche Weise versuchen, in die USA zu gelangen. Am 21.4.2016 soll der Preis in Braunschweig verliehen werden.

Preis

 http://www.braunschweig.de/friedrich-gerstaecker-preis/

 

Rückblick: Vor 29 Jahren kamen die Tierpräparate ins Gerstäcker-Museum. Wasserbüffel, Antilope und Bison sind derzeit zu sehen.

Tiere

Bitte, unterstützen Sie unsere Arbeit - werden Sie Mitglied in der Friedrich-Gerstäcker-Gesellaft e.V. 

 Einen Aufnahmeantrag für Ihre Mitgliedschaft finden Sie hier:

Reise des Herzogs Ernst von Sachsen-Coburg-Gotha nach Ost-Afrika jetzt digital im Web:

http://digital.bib-bvb.de/webclient/DeliveryManager?custom_att_2=simple_viewer&pid=3737759

 Eines der seltensten Bücher mit Texten von Friedrich Gerstäcker ist damit ebenfalls zugänglich gemacht.

Friedrich Gerstäckers Werke künftig als eBooks erhältlich! Mehr auf unserer Sonderseite - rechts oben in der Rubrik 'Aktuelles' bitte anklicken!

eBook "Mein lieber Herzensfreund" ist bei Amazon: http://www.amazon.de/dp/B00VVDODDA/ref=rdr_kindle_ext_tmb

eBook "Die Flusspiraten des Mississippi" bei eBook: http://www.ebook.de/de/product/23984678/ friedrich_gerstaecker_die_flusspiraten_des_mississippi.html

Friedrich Gerstäcker und Braunschweig

Friedrich Gerstäcker und Braunschweig - seit vielen Jahren verbunden und seit 1982 gibt es das Gerstäcker Museum.

Nach zahlreichen Reisen und vielen unruhigen Jahren kehrte der bekannte Weltreisende 1869 nach Braunschweig zurück und bezog sein Haus in der Bertramstraße, heute Adolfstraße, nachdem er seine Jugendjahre am Hagenmarkt verlebt hatte.

Sein letztes Wohnhaus war lange im Besitz der Stadt Braunschweig und wurde schließlich an Privatleute verkauft. Heute erinnert die Friedrich-Gerstäcker-Gesellschaft e.V. im Gerstäcker-Museum, Wolfenbütteler Str. 56, an Leben und Werk des Weltreisenden, der mit seinen Erzählungen, Romanen und Reiseberichten zu den beliebtesten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts gehörte und viele mit seinen lebendigen Erzählungen inspirierte - darunter auch sehr stark Karl May.

Friedrich Gerstäckers Wohnhaus in Braunschweig, gesehen vom Löwenwall über die Oker, historische Aufnahme

Haus

 

Ein sensationeller Fund: Zeitschriftenabdruck "Die Flußpiraten des Mississippi" in Schweizer Zeitung von 1848! Mehr hier

 

Wir laden Sie ein, Gerstäcker und unser Museum kennen zu lernen....viel Vergnügen und nochmals willkommen.  Und so finden Sie uns:

Unsere neue Dauerausstellung:

Fast alles wird bei uns mit der neuen Ausstellung anders. Entdecken Sie das neu gestaltete Gerstäcker-Museum mit der neuen Ausstellung "Nach Amerika! In der Ferne eine neue Heimat..."

Neu: Ab sofort haben wir an jedem Sonntag um 11.00 Uhr eine Kurzführung durch das Museum - der Eintritt ist frei!

Einen Einblick in das Gerstäcker-Museum bietet auch dieses Video bei Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=WX-tRJl3AYs

Video zum Kinofilm Die Goldsucher von Arkansas hier:

http://www.youtube.com/watch?v=8JeFFeXYj4U

Und nur zur Filmmusik dazu:

http://www.youtube.com/watch?v=kN1w1AVeUEA

 

 Zw 2

Am 12.12.2012 bestand das Friedrich-Gerstäcker-Museum in Braunschweig genau 30 Jahre! Unser Aufruf hier

Am 31. Mai 2012 jährte sich der Todestag Friedrich Gerstäckers zum 140. Mal. An diesem Tag hat die Stadt Braunschweig eine Gedenktafel vor seinem letzten Wohnsitz Ecke Kurt-Schumacher-Str/Adolfstraße enthüllt. Mehr dazu hier

Informations in English here

Alles über Friedrich Gerstäckers Werke

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